Der Erreichbarkeit Grenzen setzen

Offline-Zeiten helfen bei der Trennung zwischen Job und Freizeit
Mittwoch, 26.10.2011
Foto: dapd

Handys und Smartphones machen es möglich: Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner sind jederzeit und überall erreichbar. E-Mails sollten möglichst umgehend beantwortet werden, das Mobiltelefon sollte empfangsbereit bleiben, der Firmenblog aktuell sein. "Es ist die Kunst der modernen Zeit, selbst den Zeitrahmen zu setzen und auch mal offline zu sein", empfiehlt der Blogger Jochen Mai aus Kerpen (karrierebibel.de).

Im Geschäftsleben werde allerdings vorausgesetzt, dass Anfragen per Mail oder Telefon binnen 24 Stunden beantwortet werden. Für Social-Media-Seiten gelten noch kürzere Fristen. "Einträge im Gästebuch auf der eigenen Webseite oder im Blog sollten spätestens nach zwölf Stunden kommentiert werden", rät Jochen Mai. Diese Arbeit muss aber nicht an einer Person hängen bleiben. "Das sollte man aufteilen und feste Zeiten dafür einplanen", sagt Mai.

Da die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit fließend geworden sind, sei es allerdings immer schwerer, sich von seiner Arbeit zu trennen und auf den Freizeit-Modus umzuschalten. Daher empfiehlt Mai, auch mal nicht ans Telefon zu gehen und Outlook zu schließen. Überstunden sollten arbeitsvertraglich geregelt und in Freizeit oder durch Geld abgegolten werden, erklärt Jochen Mai, Autor des Buches "Die Karriere-Bibel". Ebenso sollten ein Dienstlaptop und -handy zur Arbeitsausstattung gehören, wenn der Chef die ständige Erreichbarkeit auch unterwegs voraussetzt.

Feierabend auch für Freiberufler

Die Situation von Freiberuflern ist oft deutlich schwieriger. Die meisten wollen durch Flexibilität und Verlässlichkeit Kunden an sich binden und Geschäftsbeziehungen pflegen. "Nein" zu sagen fällt vielen schwer. Von diesem Druck sollte man sich aber möglichst befreien, sagt Jochen Mai: "Man sollte nur das mitmachen, was einem gut tut." Auch Selbstständige sollten sich ihren Feierabend gönnen und darauf bestehen.

Telefonate während eines Meetings oder Geschäftsessens könnten sogar als unhöflich den Kollegen oder dem Kunden gegenüber interpretiert werden. "Es gibt Situationen, in denen sollte man das Handy oder Smartphone auf lautlos stellen oder ausschalten", gibt Mai zu bedenken. Auch wer kreativ sein oder sich auf eine bestimmte Aufgabe konzentrieren wolle, sollte sich Offline-Zeiten gönnen. -dapd-

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