Fuchs fragt nach: TV-Talk im Medienhaus Urbar mit Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer
Das Medienhaus mit den Sendern “ TV Mittelrhein“ und „WW TV Westerwald“ in Urbar bei Koblenz, ist nicht nur Top-Anlaufstelle für Kommunalpolitiker, auch Spitzen aus Landes- und Bundespolitik geben sich hier die Klinke in die Hand, um mit den Redakteuren der beiden Sender zu diskutieren und sich in Talk-Runden vor dem Fernsehpublikum zu brisanten Themen zu äußern. Bereits zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit besucht Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer das Medienhaus.
In der Sendung “ Fuchs fragt nach“ interviewten der Koblenzer Bundestagsabgeordnete Dr. Michael Fuchs und Chefredakteur Björn Barz dem Minister zum Thema Bahnlärm und Erschütterungen durch zu schwere Güterzüge mit zum Teil uralten Güterwaggons. Der Besuch Ramsauers hat auch die Bürgerinitiative im Mittelrheintal gegen Umweltschäden durch die Bahn e.V. auf den Plan gerufen. Rund 50 Bürger erwarteten den Verkehrsminister mit Transparenten vor dem Studio, mit der Aufschrift „Stopp !!! mit dem Bahnwahnsinn“. Fuchs will von dem Minister in der anschließenden Talkrunde wissen, ob man nichts gegen die negativen Auswirkungen des Güterverkehrs unternehmen könne, um die geplagten Menschen im Rheintal zu entlasten.
Willi Pusch, Vorsitzender der Bürgerinitiative fordert, dass jetzt schleunigst in die Planung für eine Neubaustrecke eingestiegen wird und die Aufnahme einer Alternativtrasse in den 2015 neu zu erstellenden Bundesverkehrswegeplan für die überlastete und ungeeignete Strecke kommt. Ansonsten werde die schützenswerte, von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannte Region zu einem Frachtkanal verkommen.
Damit die Schienenverkehrsunternehmen schneller auf neue leise Technik umrüsten, wird Ende 2012 ein lärmabhängiges Trassenpreissystem eingeführt. Dabei sollte sich Deutschland an die Schweiz orientieren, die für den Achskilometer 1,64 Euro verlangt. Nur mit diesem Trassenpreissystem wird an Anreiz auf Umrüstung geschaffen. Erfreulich ist, dass ab dem Jahre 2021 keine Güterzüge mehr durch das Mittelrheintal fahren dürfen, die nicht auf moderne Bremstechnik umgerüstet sind Gleichzeitig seien aber kurz- und mittelfristige Maßnahmen zur Entlastung der hier lebenden Menschen unabdingbar. Die Technik sei vorhanden. Es müsse nun auch der politische Wille dazu kommen. Heute schon, durchqueren bis zu 550 Züge in 24 Stunden das Tal. Diese Anzahl, so die Prognose der Bahn, werde nochmals um bis zu 30 Prozent gesteigert, wenn der St. Gottharttunnel im Jahr 2016 seine Tore öffnet, so Pusch.
Ramsauer gab vor, die Nöte der Menschen nachvollziehen zu können, machte jedoch keine klare Aussage zum Thema Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan. Er vertröstete die Bürger mit dem Hinweis auf eine Studie, die derzeit erstellt werde, um alternative Streckenführungen und Trassen zu prüfen. Erst dann könne man konkret weiter planen.
Die Verärgerung des Ministers über die von der Bahn nicht durchgeführte Umrüstung der Waggons auf Kunststoffbremssohlen, obwohl die Mittel vorhanden seien, ist allerdings nicht recht nachvollziehbar, da die vorhandene und genehmigte K-Sohle (Kunststoffbremse) aus Kostengründen nicht eingebaut werden soll und die von Bund und Bahn präferierte LL-Sohle erst frühestens 2013 zugelassen wird.

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