Erste „German Horse Soccer League“ gegründet

Rasantes Reiter-Mannschaftsspiel sorgt für viel Spaß und Teamgeist
Regional
Text und Foto: Lynne McLaren-Thomson

SEELBACH. Wenn 48 Beine um einen riesigen Ball kämpfen, wird es fetzig. Schnelligkeit, Sattelfestigkeit und Sportsgeist sind nötig, wenn zwei Mannschaften beim Pferdefußball gegeneinander antreten.

Max, Harry und Sharif sind Natur-Balltalente, John-Boy wird zum Tier, wenn er die Trillerpfeife hört und Jupp mauert am liebsten. Jet ist wendig wie eine Katze - im Gegensatz zu Merlin. Der kann aber locker jeden Mitspieler breitseits von den Hufen schubsen. Und Promi und Lavala sind die spurtstärksten vierbeinigen Spieler der „1. German Horse Soccer League“ des Reitbetriebes „Eschenhof“ von Manuela und Jürgen Preißmann in Seelbach (Rhein-Lahn-Kreis).

In Amerika erfreut sich Horse Soccer oder Pferdefußball bereits großer Beliebtheit. Es gibt nicht viele Teamsportarten, die man zu Pferd ausüben kann, deshalb wurde die Idee zur Gründung einer solchen Mannschaft sofort begeistert aufgenommen. Acht engagierte Mitspieler fanden sich schnell zusammen und bilden zwei gegnerische Teams. Einmal im Monat treffen sich die Spieler zum Anpfiff.

Gespielt wird derzeit mit einem 65 cm großen Gymnastikball. Die Anschaffung eines 120 cm-Balles ist jedoch geplant, da dieser sicherer für die vierbeinigen Spieler ist, denn ein zu kleiner Ball gerät leicht unters Pferd und kann es zu Fall bringen. Überhaupt wird auf die Pferde bei allem Eifer sehr viel Rücksicht genommen. Die „Halbzeiten“ dauern maximal 10 Minuten, gefolgt von Erholungspausen, damit kein Tier im Spielfieber überfordert wird.

Untereinander sind die Spieler manchmal nicht gerade zimperlich: da wird gerempelt, gemauert, abgedrängt und auch mal am Trikot gezerrt. Doch es wird eindeutig viel mehr gelacht als in üblichen Reitstunden. Es erfordert sehr viel Geschick und Taktik, das Pferd so an den Ball zu lenken, dass es diesen mit Beinen oder Brustkorb vorwärts bewegt. Anfangs waren einige Tiere sehr skeptisch und mussten mit viel Einfühlungsvermögen und Geduld überzeugt werden, dass so ein riesiger Ball ungefährlich ist.

Es stellte sich schnell heraus, dass anscheinend Wallache viel mehr Ballgefühl und Spaß an der Sache haben als Stuten - ganz wie im richtigen Leben. Viele Regeln werden für das Horse Soccer nicht benötigt, sie werden in erster Linie den Pferden angepasst. Eine ist jedoch wichtig: Der Schiedsrichter darf niemals umgeritten werden!