Staatssekretär besucht Welterbe Limes im Rhein-Lahn-Kreis

Dienstag, 27.07.2010
Der rheinland-pfälzische Kulturstaatssekretär und Regierungsbeauftragte für die Unesco-Welterbestätten, Walter Schumacher (3. von links) am Limesturm auf dem Wintersberg bei Bad Ems. Mit dabei Verbandsge-meindebürgermeister Josef Oster, Stadtbürgermeister Berny Abt, die Geschäftsführerin der Entwicklungsgesellschaft PER, Ise Thomas, Archäologe Dr. Jens Dolata, Heimatforscher Jürgen Eigenbrod sowie – halb verdeckt – Manfred Radermacher von der Kreisverwaltung Rhein-Lahn.

Sichtlich beeindruckt zeigte sich jetzt der neue rheinland-pfälzischen Kulturstaatssekretär Walter Schumacher bei seinem ersten Besuch des Unesco-Welterbe Limes im Rhein-Lahn-Kreis. Das sich im Aufbau befindende Limeskastell in Pohl war die erste Station, der frisch restaurierte Limeswachturm beim Hotel Wintersberg in Bad Ems die zweite. Der Staatssekretär, der zugleich der Beauftragte der Landesregierung für die rheinland-pfälzischen Welterbestätten ist, wurde dabei von der Leiterin der Entwicklungsgesellschaft PER, Ise Thomas, sowie zahlreichen Experten begleitet, die ihm die Besonderheiten der beiden Limes-„Highlights“ erläuterten.

Viel zu sehen gibt es bereits in Pohl, wo ein Limeskastell originalgetreu wieder aufgebaut wird. Die Bauarbei-ten sind in vollem Gange. Graben und Wallanlage sind praktisch fertig, auch im Innern des künftigen Kastells geht es hervorragend voran. Geplant ist die Fertigstellung dieser einzigartigen Rekonstruktion eines römischen Kleinkastells am Limes für das Frühjahr 2011. Die Kosten liegen bei gut zwei Millionen Euro, von denen das Land Rheinland-Pfalz den Löwenanteil trägt.

Ebenfalls etwas Besonderes ist der Wachturm auf dem Wintersberg bei Bad Ems, denn bei diesem handelt es sich um den ältesten – 1874 eingeweihten – Wiederaufbau eines Limeswachturms überhaupt. Emser Bürger hatten diesen zu Ehren Ihres berühmtesten Kurgastes – Kaiser Wilhelm I. – auf den Fundamenten des original römischen Wachturms errichtet. Damit steht der Wachturm, so erläuterte Dr. Jens Dolata, gleich zweifach unter Denkmalschutz, zum einen als Bestandteil des römischen Limes, zum anderen als historisches Zeugnis des 19. Jahrhunderts. Dank der Fördermittel des Bundes konnte der Turm im vergangenen Jahr restauriert werden. Dabei wurde darauf verzichtet, mittlerweile erkannte Fehler der Konstruktion zu beheben, die Sanie-rung bewahrt also die historische Auffassung der Errichtungszeit im19. Jahrhundert.

Darüber hinaus erläuterte der ehrenamtlich tätige Bad Emser Heimatforscher Jürgen Eigenbrod den Gästen – neben dem Staatssekretär waren unter anderem auch Stadtbürgermeister Berny Abt und der Bürgermeister der Verbandsgemeinde, Josef Oster gekommen – die jüngst errichtete Infotafel, die den Verlauf des Limes vom Wintersberg über die Lahn bis auf die Höhen des vorderen Westerwald anschaulich visualisiert. Und Manfred Radermacher (Kreisverwaltung Rhein-Lahn) stellte den Limes-Atlas vor, dessen erste Auflage bereits vergriffen ist. Bereits beim nächsten Limes-Erlebnistag am 19. September in Geisig und Dornholzhausen werde Landrat Günter Kern die zweite Auflage des Limes-Atlas der Öffentlichkeit vorstellen können, so Radermacher.

Staatssekretär Schumacher zeigte sich von so viel Engagement, Wissen und Enthusiasmus der haupt- wie ehrenamtlichen Limesfreunde im Rhein-Lahn-Kreis überaus angetan und versprach, immer ein offenes Ohr für die Belange des Unesco-Welterbe Limes zu haben.