Damit die Musik nicht verstummt
An das 20-jährige Wirken von Martin Samrock als Kantor des evangelischen Dekanates Diez wurde jetzt mit einem Konzert in der evangelischen Jakobuskirche Diez-Freiendiez erinnert. Vier Chöre und das Instrumentalensemble Diez gestalteten das Jubiläumskonzert und waren ein hörenswertes Beispiel für Samrocks Generationen und Sparten übergreifendes Engagement innerhalb der Jakobusgemeinde und des Dekanates.
„Highlights“ ihres Repertoires gaben die von Samrock geleiteten Chöre zum Besten. Bei den jüngsten Sängerinnen und Sängern des dritten und vierten Schuljahres waren das etwa ein gekonnt vorgetragenes zweistimmiges „Halleluja“ und das an Gesten reiche Lied „Gottes Haus hat viele Steine“ von Gerd-Peter Münden. Die Lieblingslieder der Freiendiezer Kurrende stammen aus der Trouvéres-Messe von Peter Eben. Der von der Nassauischen Kantorei vorgetragene Favorit – verstärkt von der Kurrende – ist ein diffiziles Wechselspiel zwischen Choralsatz und anspruchsvoller Mehrstimmigkeit: Johann Sebastian Bachs Motette „Jesu, meine Freude“, die das Diezer Instrumentalensemble begleitete.
Letzteres zeigte sich unter Leitung Samrocks, der auch die Truhenorgel dabei spielt, schwungvoll und ausdrucksstark mit zwei Kirchensonaten von Wolfgang Amadeus Mozart. Bevor sich alle Chöre zu einem sehr schönen „Laus deo“ von John Leavitt unter dem Taktstock des Kantors versammelten, gab die junge Kantorei Freiendiez noch Einblick in die unter Leitung Samrocks einstudierte Chorliteratur. Psalmworte und Lesungen von Dekan Hans-Otto Rether und Gemeindepfarrerin Kerstin Lüderitz regten zum Nachdenken und Besinnen an und verschafften dem nimmermüden Kantor einige Ruhepausen. Der führte mit Werken Bachs und von Camille Saint-Saens hörbar vor, worauf sich auch die Gottesdienstbesucher seit 20 Jahren immer wieder freuen: Das Orgelspiel Samrocks.
Im Namen von Dekanat und Kirchengemeinde dankten Präses Astrid Ellermann und Dekan Hans-Otto Rether dem langjährigen Kirchenmusiker für seinen Dienst. Eigene Interpretationsakzente habe er stets gesetzt, so der Dekan, der an Samrocks vielfältige Arbeit erinnerte, insbesondere auch Samrocks Fähigkeit, Kinder fürs Singen zu begeistern und mit der Organistenausbildung dafür zu sorgen, dass die Kirchenmusik im Dekanat nicht verstummt. „Und vielleicht hat die Musik biblische Texte sogar nachdrücklicher interpretiert als manches Wort, weil sie unmittelbar zum Herz führt und nicht durch den Kopf gefiltert wird“, meinte Rether.
Eine Vielzahl von Gratulanten dankte Samrock im Anschluss an das Konzert für sein Wirken in Gemeinde, Chören, Ensembles und Dekanat, verbunden mit dem Wunsch, dass er seinen Dienst noch lange ausübt, damit noch viele Menschen in der Musik ihrer Hoffnung, Dank und Lob Ausdruck verleihen können, wie es Dekan Rether zu Beginn des Abends formuliert hatte.
